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13.02.2020

Neujahrsempfang der IG BCE/Tarifbindung und Tarifverträge zentrale Themen

80 vs. 52 Prozent: Bei Beschäftigten in den IG-BCE-Branchen ist die Tarifbindung deutlich höher als im Land

LUDWIGSBURG. Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) Baden-Württemberg stemmte sich 2019 erneut erfolgreich gegen den landes- und bundesweiten Trend, dass immer mehr Beschäftigte in nicht-tarifgebundenen Betrieben arbeiten müssen: 80 Prozent der im Zuständigkeitsbereich der IG BCE Baden-Württemberg erfassten Arbeitnehmer sind in ihren Arbeitsbedingungen und -entgelten über Tarifverträge abgesichert, berechnete die Gewerkschaft. Zum Vergleich: In Baden-Württemberg liegt diese Zahl bei nur 52 Prozent (Quelle: IAB/BA, 2018/letztes verfügbares Jahr).

IG BCE/Klaus Landry

NJE der IGBCE 2020

Tarifbindung und Tarifverträge waren die zentralen Themen beim Neujahrsempfang des IG-BCE-Landesbezirks Baden-Württemberg und des Bezirks Stuttgart. Festredner Ralf Sikorski, stellvertretender Bundesvorsitzender und Tarifvorstand, blickte dabei auf einen „Meilenstein für eine moderne Arbeitsgestaltung“ zurück, den die IG BCE bei der jüngsten Chemie-Tarifrunde 2019 durchsetzte. „Mit der ersten tariflichen Pflegezusatzversicherung und dem Zukunftskonto für mehr Arbeitszeitsouveränität haben wir unter Beweis gestellt, dass wir auch in schwierigen Zeiten innovative Tarifelemente umsetzen können“, so Sikorski vor rund 100 Gästen, insbesondere Betriebsräten.
2019 profitierten 67 Prozent der von der IG BCE in ihren Zuständigkeitsbereichen erfassten baden-württembergischen Beschäftigten von Flächentarifverträgen, 13 Prozent von Haustarifverträgen. Klar ist: Baden-Württemberger arbeiten in Betrieben mit  Tarifverträgen im Schnitt 1,2 Stunden pro Woche weniger und verdienen 961 Euro mehr (Quelle: WSI/IAB, 2017).
„Im repräsentativen ,Meaning of Work Report Deutschland 2020‘ geben 43 Prozent der Erwerbstätigen an, wegen ,besseren Arbeitsbedingungen‘ auf Jobsuche zu sein. Das beweist, dass wir mit unseren zukunftsgerichteten Tarifverträgen den Nerv der Zeit treffen“, so Clay. „Wer begehrte Fachkräfte für sich gewinnen will, muss ihnen Tarifverträge bieten“, so ihr Fazit. Andreas Klose, Leiter des IG-BCE-Bezirks  Stuttgart, sieht die bevorstehenden Wahlen der gewerkschaftlichen Vertrauensleute und der IG-BCE-Ortsgruppen als Möglichkeit, „unsere gewerkschaftliche Basis, in unseren Betrieben und darüber hinaus, zu stärken.“ Dies sei Hauptziel des Bezirks und elementar dafür, die Gestaltungsfähigkeit der Gewerkschaft zu erhalten. „Auch wenn ein Teil unserer Branchen vor Veränderungen steht, gilt es doch, diese Transformation im Sinne der Belegschaften zu gestalten. Unsere Mitglieder erwarten, dass wir für sie auch morgen gute Arbeitsbedingungen gewährleisten“, betonte Klose.