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25.01.2019

Neujahrsempfang der IG BCE

Digitalisierung nur mit Entlastung der Arbeitnehmer und mehr selbstbestimmten Arbeitszeiten

LUDWIGSBURG. Der gemeinsam vom Landesbezirk Baden-Württemberg und vom Bezirk Stuttgart veranstaltete Neujahrsempfang der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) stand im Zeichen der Digitalisierung. Das für dieses Ressort zuständige Mitglied im geschäftsführenden Hauptvorstand, Francesco Grioli, stellte dabei klar: „Wenn sich die Arbeitsverhältnisse mit der Digitalisierung verändern, darf dies nicht nur zugunsten der Arbeitgeber geschehen. Flexibilität zugunsten der Arbeitgeber
beispielsweise, bedingt dann auch Arbeitszeitsouveränität für die Beschäftigten.“ Deshalb stehe für Grioli fest, „dass wir in diesem Jahr die Arbeitszeiten in das Zentrum unseres Handelns rücken werden, auch in der Tarifpolitik“, sagte er vor rund 120 Betriebsratsmitgliedern, Gewerkschaftern und Arbeitgebervertretern.

„Wir wollen einerseits Entlastung und andererseits mehr Selbstbestimmung in der Arbeitszeit“, sagte Grioli. Die Beschäftigten in den Branchen der IG BCE hätten dies verdient. „Verdient im doppelten Wortsinne. Als Antwort auf ständig steigenden Leistungsdruck bei immer stärkerer Leistungsverdichtung. Und als Antwort auf die ungeheure Produktivität in der Arbeit und damit auch auf die hohe Wertschöpfung“, formulierte er die gewerkschaftspolitische Antwort auf die vierte industrielle Revolution. „Im Übrigen macht eine neue Arbeitszeitkultur die Unternehmen auch zu attraktiven Adressen im Wettbewerb um die besten Fachkräfte.“
Frank Heßler, stellvertretender Landesbezirksleiter, wandte sich in diesem Zusammenhang klar gegen die geplante Bundesratsinitiative der baden-württembergischen Wirtschaftsministerin. „Alle Erkenntnisse aus der Arbeitsmedizin sprechen dafür, dass es einen guten Grund hat, am üblichen Acht-Stunden-Tag festzuhalten. Den Versuch, diese Grenze auf bis zu zwölf Stunden zu erweitern, können und werden wir als IG BCE nicht akzeptieren“, so Heßler.
Andreas Klose, Leiter des IG-BCE-Bezirks Stuttgart, würdigte in seiner Rede den Einsatz der ehrenamtlichen Gewerkschafter: „Ohne sie wären wir, was die Rechte der Arbeitnehmerschaft betrifft, noch in der Steinzeit.“ Klose betonte, dass insbesondere die Arbeitnehmervertreter das Gesicht der Gewerkschaften in den Betrieben seien.
„Ohne sie wird es auch zukünftig nicht gehen. Mit ihnen werden wir die Herausforderungen einer digitalen Arbeitswelt meistern.“